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neegeh
now - the only word for a definite point in time in the language
of the
Micmac-Indians, who otherwise see time as an indefinite circle.
der Film
Drehbuch, Produktion, Regie, Postproduktion:
Andreas Gessl, David Zuderstorfer
Dreh (Studio Brains & Pictures, Tullnerbach bei Wien):
14.-16.April 2004
Produktionsformat:
DigiBeta, 16:9
Motion Control:
Mark Roberts Milo
Fertigstellung:
Oktober 2004
Länge:
4min50s
Background
'neegeh' entstand als der praktische Teil der beiden Diplomarbeiten
von Andreas Gessl und David Zuderstorfer an der FH-Hagenberg
für Medientechnik- und Design, 2004.
'neegeh' ist ein animierter Kurzfilm, der Greenbox-Realaufnahmen
einer Schauspielerin (Aysegül Yüksel) mittels Motion Control
Technik mit einer animierten Environment kombiniert: für die
Dreharbeiten stellte uns die Firma Georg Riha Brains
& Pictures das hauseigene Studio, das Motion-Control System
Mark Roberts 'Milo'
sowie die Kameras zur Verfügung, Light & Grip Dopplinger
supportete uns mit Lichtequipment und die Audiokünstler von
Noisia sorgten
für den guten Ton - vielen Dank hierfür nochmals an dieser
Stelle!

die Intention
Die Intention zur Geschichte von 'neegeh' war es, eine besonders
in den Medien der heutigen Zeit präsente Situation zu zeigen.
Es geht um die oft zu sehende Einteilung der Welt in 'gut' und 'böse'.
Um eine Schwarz-Weiss Malerei der man ständig in Medien, Politik
und Alltag begegnet. So zeigen wir 2 Aspekte einer Rolle (1 Schauspielerin
in 2 Zeitebenen bei bewegter Kamera) und die Metamorphose vom "Opfer"
zum "Täter", die wiederum in sich einen Loop ergibt
(Aktion und Reaktion, Handlungen die neue Handlungen hervorrufen).

der Titel
Der Film zeigt eine Situation. Eine Situation von der es kaum ein
Entrinnen gibt. Daher spielt der Film ohne realen zeitlichen Handlungsablauf
(mehr dazu später). Der Film findet in einer 'Zeitblase' ohne
'Vorher' und 'Nachher' statt, er ist reduziert auf die Darstellung
einer Situation, reduziert auf das 'jetz', reduziert auf 'neegeh'.
In der Micmac-Sprache (und den meisten anderen Algonkin- Sprachen)
gibt es kein Wort für 'Zeit' im absoluten Sinn. Es gibt Worte
für Tag und Nacht, Sonnenuntergang und Sonnenaufgang, den Jahres-
und den Mondzyklus, aber nicht für 'Zeit' als numerische Maßeinheit.
Es gibt keine Worte für Stunde, Minute oder Sekunde, obgleich
es einen Ausdruck für 'jetzt' gibt: 'neegeh'.
die Erzählweise
Die Geschichte beginnt in der Mitte der Handlung und bewegt sich
vorwärts und rückwärts zugleich. Die Darstellerin
wird doppelt im Bild gezeigt, sich einmal nach vor einmal nach hinten
in der Zeit bewegend.
Zusätzlich ist die ganze Story als Loop aufgebaut (Samenkorn).
Die Motion Control Kamerafahrten wurden also doppelt ausgeführt
(multipassing shots), einmal vorwärts einmal rückwärts
(Aufnahmen mit verschiedenen Geschwindigkeiten) und anschliessend
wurden die Aufnahmen in eine virtuelle Umgebung gesetzt (Motion
Control und Computergrafik). Diese Komplexität erforderte eine
besonders genaue Ausarbeitung und Planung der einzelnen Szenen (eine
sehr detailierte Planung ist das Wichtigste).
Aufgrund des erzählerischen / technischen Aufwands investierten
wir sehr viel Mühe und Zeit in 'neegeh' und hoffen dass der
Rezipient sich mit den Bildern / der Geschichte näher befasst
und würden uns über ein Feedback im Gästebuch freuen.
Andreas Gessl und David Zuderstorfer, 2004

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